• Bettina

Meine Hassliebe zu Kuba


Nach all den Monaten in Süd- und Mittelamerika wünsche ich mir so langsam etwas Abwechslung. Mit Kuba habe ich das nun eindeutig bekommen. Nie, wirklich nie war ich in einem Land, das ich mit diesem vergleichen kann. Und so stellt sich mir die Frage:

>> Kann man sich gleichzeitig lieben und hassen? <<

Dass es mir ausgerechnet ein Land wie Kuba, das eher Pauschaltouristen als Backpacker lockt, so schwer macht, hätte ich nicht erwartet. Ein Gut, das mir so wichtig ist wie kein zweites, fehlt dem Kubaner gänzlich: die Freiheit. Einen Anreiz zum Studieren beispielsweise, sehe ich nicht und die Leute, die hier von ihren 25 $ pro Monat leben, vermutlich auch nicht. Das ist übrigens der selbe Preis, der oft für eine Übernachtung in einem Casa Particular verlangt wird. Im Verhältnis steht hier nichts. Wahrscheinlich auch nicht, welcher Anteil von diesen 25 $ der Familie und welcher dem Staat zufließt.

In der Tageszeitung, die aus ungefähr 4 Seiten besteht, wird noch immer von Fidel Castro und Che Guevara berichtet, statt vom aktuellen Weltgeschehen. Hier gibt es keine Werbung, weil Wettbewerb nicht existiert, dafür Fahrzeuge, die doppelt so alt sind wie ich, die Autobahn teilt man sich mit Ochsengespannen und Pferdekutschen und zwischen Salsa und Reggaeton in den Straßen mischt sich Hufgeklapper.

Sowohl Frauen als auch Männer schmeißen sich regelrecht an Touristen ran, in der Hoffnung, ein paar Tage lang von deren Geld zu profitieren oder auch mehr. Und das, obwohl Sex mit Urlaubern angeblich genauso strafbar ist, wie Drogenhandel. "Du könntest mein Leben für immer verändern!", sagt mir ein Kubaner, den ich seit etwa zehn Minuten kenne. Sie suchen nach Wegen für eine bessere Zukunft oder vielleicht auch den Ausweg aus diesem Land.

Als Tourist, sofern man nicht in den Kontakt mit Einheimischen kommt, wird einem all das nicht unbedingt bewusst. In den Häusern, den sogenannten Casas Particulares, in denen man in der Regel schläft, hat man ein großzügiges Zimmer mit Klimaanlage und eigenem Bad. Beim Frühstück ist eigentlich alles da. Man denkt nicht im Geringsten daran, dass ein Kubaner oftmals eine halbe Woche kein Ei auftreiben kann, oder dass Brot, aufgrund schlechter Getreideernten in Exportländern, knapp ist, während man selbst gerade sein Omelett serviert bekommt. Das wohl populärste Reiseziel ist der Ort Varadero. Ich kann kein Urteil darüber fällen, war selbst nicht dort, aber jeder erzählt mir, es hätte mit dem eigentlichen Kuba rein gar nichts zu tun.

Ich habe mit einem Kubaner gemeinsam seine Heimatstadt besucht. Gereist sind wir natürlich nicht zusammen, denn auch das ist in Kuba ein Ding der Unmöglichkeit. Kubaner fahren in ihren Bussen, Touristen separat. Wir besuchen seine Mama. In der Wohnung steht nicht einmal ein Tisch. Zwei Stühle, das wars. Ich kann einen Blick in eine sehr einfache Küche werfen, natürlich keine Einbauküche, gemauert und zweckmäßig. Die Frau ist hager, hat tiefe Augenringe und ein Kopftuch. Sie erzählt mir, dass Kuba ja auch schön ist und dass sie, wenn sie genügend Geld hätte, ja auch eine Nachbarstadt besuchen könne. Dass ich bereits seit 10 Monaten reise, traue ich mich nicht zu erzählen. Und wenn ich es jemandem erzähle, schaut er mich ungläubig an und teilt es direkt jedem mit, so dass ich mich fast schon schäme.

Wie läuft das ab mit den Casas particulares?

Ein Casa Particular ist ein Privathaus, in dem die Besitzer einen oder mehrere Räume für Gäste zur Verfügung stellen, als Alternative zum Hotel. Meistens kostet dies pro Zimmer (oft 2-4 Betten) etwa 20 - 25 USD. Für Alleinreisende wird das also leider entsprechend teuer. Hostels sind, bis auf ein oder zwei Ausnahmen in Havanna, nicht vorhanden.

Für 3 - 5 USD wird einem meistens Frühstück angeboten. Das kann man nehmen oder auch eben nicht. Wenn man dankend ablehnt, wird man aber vielleicht keine begeisterten Blicke ernten. Ich kann darüber hinwegsehen. "Dann darf man eben keine so unverhältnismäßig hohen Preise anschlagen!", denke ich mir. Auf der Straße kostet der typische Schluck Kaffee schließlich fünf Cent und ein kleines belegtes Brötchen 25 - 50 Cent.

Reservierungen waren in meinem Fall - außerhalb der Hochsaison - überhaupt nicht notwendig. Es ist aber sinnvoll, die Preise im Internet zu kennen und entsprechend handeln zu können. Da man oft kein Internet hat, sind spontane Buchungen sowieso eher schwierig. Man kann sich aber darauf verlassen, dass am Bus jemand mit einem freien Zimmer wartet oder der Taxifahrer jemanden kennt, der jemanden kennt usw.

Sofern du dennoch eine Unterkunft in einem Casa über Booking.de oder Airbnb.de buchen möchtest, wirst du nach einem Grund gefragt werden. Ich wählte hier "Hilfe für das kubanische Volk" aus.

In den Casas ist man meist eigenständig. Bis auf eine Ausnahme bekam ich immer einen eigenen Schlüssel und konnte kommen und gehen wie ich wollte.

Wie kommt man in Kuba von A nach B?

Das ist tatsächlich nicht ganz so leicht, wie in all den anderen Ländern, in denen ich bisher war. Wie schon erwähnt, kann man mit den Bussen der Kubaner nicht fahren. Die Touristenbusse fahren die Standardziele an. Die Destinationen und Abfahrtszeiten von Viazul findest du hier. Möchte man beispielswiese an einen Cayo im Norden, so ist man auf ein Taxi angewiesen.

Busfahren ist nicht gerade günstig. Oft schon fährt man mit einem Sammeltaxi für den selben Preis oder maximal ein bis zwei Dollar mehr.

Ob ein Mietwagen eine wirkliche Alternative ist, weiß ich nicht. Man ist zwar flexibel, aber die Preise sind enorm hoch. Mit Freunden habe ich zudem miterlebt, dass wir sieben Stunden auf ein vorreserviertes und bereits bezahltes Auto warten mussten, weil zur vereinbarten Zeit schlichtweg kein Mietwagen verfügbar war. Als sie einen Platten hatten, mussten sie zudem die Rechnung für den Ersatzreifen und die Werkstatt selbst tragen. Auf jeden Fall sollte man, wenn man sich hierfür entscheidet, zuvor offline Kartenmaterial herunterladen, um sich durch das Land navigieren zu können.

Pferdekutschen als Taxis sind in Orten wie Santa Clara und Camagüay völlig normal und wesentlich günstiger als Autos.

Meine Route in Kuba sah folgendermaßen aus:

Geld in Kuba: Was muss man wissen?

Wie alles auf der Insel ist auch das Thema Währung ein spezielles. Kubaner zahlen mit CUP, Touristen zahlen mit CUC. Ein CUC ist einem USD gleich und dieser wiederum 24 CUP. Ich hatte meistens eine Mischung aus beiden Währungen einstecken. An den Geldautomaten bekommt man zwar ausschließlich CUC, jedoch nicht immer als Wechselgeld. Egal wie, es wird eigentlich immer korrekt umgerechnet und man kann so gut wie überall mit beiden Währungen zahlen.

Nicht ganz durchschaubar mag höchstens sein, in welcher Währung angeschlagene Preise nun tatsächlich sind. $ 1 "Toilettengeld" oder der Schluck Kaffee an der Straße ist nämlich keinesfalls 1 CUC, sondern lediglich 1 CUP. Die Touristen zahlen aber schön brav und es wird sich natürlich keiner beschweren. Manche Lokale hätten, so erzählt man mir, bis zu drei unterschiedliche Karten: eine für dunkelhäutige Kubaner, eine für hellhäutige Kubaner und eine für Touristen.

Solange es nicht ums Finanzielle geht, sind Kubaner die liebsten Menschen der Welt. Spätestens dann kippt die Stimmung (also meine Stimmung) aber meistens. In Trinidad beispielsweise wurde ich schief angeschaut, als ich nicht bereit war, wegen mangelndem Wechselgeld einfach 5 CUC für meine beiden kleinen Wasser zu zahlen. ​

Einreisebestimmungen für Deutsche

Neben dem Reisepass ist eine sogenannte Touristenkarte erforderlich. Diese Touristenkarten sind bei der kubanischen Botschaft erhältlich und vor Reiseantritt zu besorgen.

Wenn man - wie ich - aus Cancún in Mexiko anreist, ist das allerdings auch kein Problem. Am Flughafen bekommt man die Touristenkarten ganz unkompliziert direkt bei der Abreise. Bei der Fluglinie Aeromexico zahlte ich 361 Pesos, was etwa 15 - 16 Euro entspricht.

Thema Internet in Kuba

Kostenfreies WLAN gibt es schlichtweg nirgendwo. Man hat die Möglichkeit, sich Internetkarten zu kaufen. Eine Stunde kostet 1 CUC, also 1 USD. An bestimmten Orten, meistens sind es Parks oder Marktplätze, kann man sich dann ins ETECSA WLAN-Netz einloggen. An den Plätzen werden die Karten oft von irgendwelchen Leuten (i.d.R. teurer) verkauft oder man geht in den Laden von ETECSA, um sie zu besorgen. Einmal wurde mir dort sogar der Eintritt verwehrt. Als ich zu einem der Kartenverkäufer am Plaza zurückkehrte und um eine Karte bat, sagte er nur frech grinsend: "Verstehst du nun das Sysem?" Ach ja, was soll man da noch sagen.

Gut zu wissen: man kann die Stunde auch in Etappen aufbrauchen und zum Beispiel offline Nachrichten tippen und nur kurz zum versenden online gehen.

Mein persönliches Ranking der Reiseziele

Platz 1: Trinidad

Ich bin nach zwei Nächten in Trinidad zum Cayo Coco gefahren und noch am selben Tag zurückgekehrt. Ich denke, das sagt alles. Hier habe ich mich einfach wohl gefühlt. Das Städtchen ist schön, man kennt irgendwann die Menschen, es gibt nette Orte zum Weggehen (Discothek "La Cueva" - ein Club in einer Höhle) oder auch günstige Mojitos für 1 CUC entlang der Gassen zum "Casa de la Musica" oder zur "Cueva".

In Trinidad werden Reittouren angeboten (15 CUC), die zu einem Wasserfall und fast 5 Stunden durch wirklich sagenhaft schöne Natur führen. Unterwegs gibt es Möglichkeiten, Saft aus Zuckerrohr zu probieren oder sich kubanischen Kaffee mit Mangoblütenhonig schmecken zu lassen.

Und dann wären da auch noch die Strände von Trinidad. Letztenendes war ich fast eine Woche lang in dem Ort mit seinen Kolonialbauten und hübschen Plazas.

Platz 2: Viñales

Viñales ist landschaftlich ein wirkliches Highlight. Auch wenn die Tabaksaison erst in den Monaten Dezember bis Februar ist und man davon Anfang November noch nichts zu sehen bekommt, sind die felsigen Berge, die rotbraunen Felder und das saftige Grün wunderschön. Ich gehe zu Fuß los und noch bevor ich mich umsehen kann, ruft mit ein Kubaner zu, ich solle auf ihn warten. Er sattelt im Handumdrehen sein Pferd und schon sitzen wir zu zwei auf dem treuen Kerl. Ich bekomme eine Gratistour durch diese schöne Gegend, zu einer Höhle und zu einmaligen Aussichtspunkten. Auf dem Rückweg laden mich noch zwei Guides auf ein Bier ein. Und wieder einmal frage ich mich, warum ich immer solch ein verdammtes Glück habe.

Etwa zwei Stunden von Viñales entfernt liegt der weiße Stand von Cayo Jutias. Mit dem Sammeltaxi kommt man ab Viñales für 15 CUC hin und zurück. Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden. Ich durfte vorne sitzen, am Ende hätte ich den Oldtimer fast sogar fahren dürfen. Die Situation war dann aber wieder typisch sonderbar, sodass ich dankend ablehnte. Der Fahrer ist nur ein wenig nach links gerutscht und meinte, ich solle rüber kommen. "Ich fahre nur, wenn du auf den Beifahrersitz wechselst, sonst nicht!" Am Ende, als ich schon keine Lust mehr hatte, willigte er zwar noch ein, aber dann war bei mir das Thema schon gegessen. Trotz alledem, der Tag war super, die Situation eine unter tausenden in diesem Land.

Von Havanna nach Viñales fahre ich im Collectivo für 14 CUC. Der Bus hätte fast so viel, nämlich 12 CUC gekostet. Zurück wurde ich von Viñales direkt zum Flughafen gebracht. Hierfür waren 15 CUC wohl ein guter Deal.

Über meine Zeit in Viñales kannst du dir auch gerne dieses Video anschauen:

Platz 3: Santa Clara

In den untouristischeren Orten sind die Menschen so unheimlich freundlich. Ich werde kostenlos vom Bus abgeholt, habe alles was man sich wünschen kann und mit Abstand die herzlichste Gastgeberin in zweieinhalb Wochen Kuba. Auch wenn ich es anfangs so nicht dachte, bleibe ich in Santa Clara 2 Nächte. Ich lerne einen Kubaner kennen, den ich wie einen Bruder empfinde. Wir sind ein Herz und eine Seele und er geht erstmals nicht davon aus, dass ich für ihn zahle. Wir gehen bis morgens um 4 Uhr feiern und ich fühle mich unglaublich wohl in der "Stadt des Che Guevara", in der man doch angeblich nichts machen kann, als ein einziges Monument anzusehen.

Absolut zu empfehlen ist das Restaurant "Pernilucho". Hier war ich grundsätzlich noch außen vor der Tür angestanden. Hier ist das Essen unheimlich günstig und trotzdem lecker.

Auch eine Unterkunftsempfehlung (Casa Particular) gebe ich hier mit bestem Gewissen:

Hostal Centro Caribe

Yudi & Eloy

Maestra Nicolasa (Candelaria) 110 B, e/ J.B. Zayas y Alemán, Santa Clara

Kontakt:

yt@nauta.cu

+53 525655543 oder +53 42299628

www.hostalcentrocaribe.6te.net

Mit einem Collectivo fuhr ich für 20 CUC von Santa Clara nach Havanna. Der Bus von Viazul hätte 18 CUC gekostet.

Platz 4: Cienfuegos

Bei Mojitos, Cervezas und Zigarren lasse ich hier mit meinen Freunden, die gerade zur selben Zeit auf der Insel sind, den Tag in Cienfuegos auf ganz kubanische Art verstreichen. Und ich muss sagen, sobald man sich darauf einlässt, kann man endlich die schönen Seiten des Landes sehen. Mehr als zwei Züge der Zigarre schmecken mir aber nicht.

Ich hätte nicht erwartet, dass hier tatsächlich überall Oldtimer stehen. Irgendwie war ich der Meinung, dies sei vielleicht eher eine reine Touristenattaktion. Weit gefehlt.

Durch die Fußgängerzone lässt es sich gemütlich schlendern, sowie am Malecón entlang. Auch die Plaza ist hübsch anzusehen. Ich kann Cienfuegos zumindest mehr abgewinnen als Havanna.

Platz 5: Cayo Coco

Ich bin komplett unschlüssig, wo ich hin möchte. Mal eben googeln geht ja nicht. Und so höre ich auf einen Einheimischen, der mir Cayo Coco ans Herz legt. Morgens soll ich in Trinidad los und mittags würde ich schon am schönsten Strand des Landes liegen. Klingt gut - wird gemacht. Tatsächlich ist es traumhaft dort oben im Norden. Was allerdings nicht traumhaft ist, sind die Preise. Die sind mir viel zu hoch und so beschließe ich noch am selben Tag nach ein paar Stunden am Strand nach Trinidad zurückzukehren. Teurer, aber wunderschöner Ausflug!

Öffentliche Busse fahren hier nicht. Für den Hinweg im Sammeltaxi zahlte ich 20 CUC, was für die lange Anreise durchaus in Ordnung ist. Auf dem Rückweg findet man jedoch keine Sammel- sondern nur private Taxis. Das wusste auch mein Fahrer und hatte die Oberhand. Er wartete ein paar Stunden für mich und verlangte mir für den Rückweg 30 CUC - ohne Gnade.

Platz 6: Havanna

Ich wohne hier in einem netten Casa bein einem älteren Mann. Sein Haus befindet sich im authentischeren Teil der Stadt, dem Zentrum, dass nicht aufgehübscht wurde und eher dem Verfall droht und ein wenig Ghetto-Flair mit sich bringt. Ich solle immer mitten in der Straße laufen. Die Hausfassaden seien oft so marode, dass mir leicht etwas auf den Kopf fallen könnte. Und auf keinen Fall dürfe ich mit jemandem in der Straße sprechen. Einen gefährlichen Eindruck macht es mir hier allerdings, wie im gesamten Land, nicht. Kinder kegeln auf der Straße, Fahrradtaxis und die klischeehaften Oldtimer eiern durch die Einbahnstraßen. Auch wenn mich mein "Opi auf Zeit" warnt, unterhalte ich mich mit allergrößter Freude mit all den Leuten und habe nicht die geringsten Bedenken.

Der Malecón wird unter Kubanern auch das "Sofa Havannas" genannt. Denn hier sitzt man abends mit einer Flasche Bier, hört Musik oder lauscht dem Meer. Tagsüber sind zahlreiche Angler oder auch junge Männer beim Harpunenfischen zu beobachten. Oder man bekommt die Chance auf ein privates Ständchen kubanischer Musik - mittanzen ist erwünscht. Aber Vorsicht: natürlich möchte man ein Trinkgeld dafür.

Die Straße "Callejón de Hamel" kann ich absolut empfehlen. Die gesamte Gasse ist ein Kunstwerk mit kleinen Bars. Muss man gesehen haben! Das Revolutionsmuseum hat mich hingegen nicht überzeugt und war die 8 CUC meines Erachtens nach nicht wert.

Um vom Flughafen in Havanna in die Stadt zu gelangen, gibt es nur eine Möglichkeit: ein Taxi. Grundsätzlich werden hier Preise mit 30 CUC angesetzt. Ich zahlte letztenendes 10 CUC und suchte mir eine andere Reisende. Wir handelten zumindest 20 CUC aus - immernoch teuer.

Platz 7: Camagüay

In Camagüay ist Kuba authentischer, ohne Touristen, ohne Happy Hours, ohne Reittouren und ohne nervige Taxifahrer. Ich finde es spannend zu sehen, besonders weil ich mit einem kubanischen Freund dort unterwegs bin und bin froh über diesen Eindruck.

Ich treffe hier auch eine Deutsche, die seit 16 Jahren mehr oder weniger in Kuba lebt. Für mich ist das Leben im Sozialismus absolut undenkbar und auch ihr "Ich habe es mir so ausgesucht!" hat einen Unterton. Ihre Erfahrungen aus dem Alltag sind äußerst spannend. So konnte sie ihr Visa nicht verlängern lassen, weil es am Klebstoff fehlte, mit dem eine Preismarke aufgeklebt werden muss. Sie sei am nächsten Tag zu einer anderen Immigrationsstelle gegangen, den Kugelschreiber für die Unterschrift des Chefs habe sie vorsorglich mitgebracht.

Kuba kommt für mich auf die Liste der Länder, die ich gesehen habe und nicht noch einmal hin muss. Ich hatte ganz klar eine tolle Zeit, jedoch immer begleitet von einem ABER. Doch genau dafür reist man, setzt auch ein unförmiges Puzzleteil in sein persönliches Waltkartenpuzzle, um eine Erfahrung zu machen, das Gesamtbild zu sehen und nicht ausschließlich die schönen Seiten.

Man stößt oft darauf, dass der Kubaner selbst müde ist von diesem sozialistischen System, von den Sackgassen in denen er sich unfreiwillig bewegt. Das macht es für mich unerträglich und traurig für die Menschen hier. Kein Wunder, dass Rum, Zigarren und Musik nirgends fehlen. Sie wissen, das Beste aus dem zu machen, was sie haben.

#Kuba #Mittelamerika #Backpacking #Weltreise

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