• Bettina

Entlang der Panamericana *Peru*


Um keine falschen Erwartungen zu entfachen: ich bin nur ein relativ kurzes Stück entlang der Küste auf der Panamericana unterwegs. Und zwar über Nazca, Ica, Paracas und Lima nach Trujillo. Natürlich dürfen auf dieser Route die Oase von Huacachina und der Surfer-Strand von Huanchaco nicht fehlen. Zwischen Lima und Trujillo schiebe ich noch Huaraz ein, ein absulutes Muss in Nordperu. Mehr hierüber habe ich bereits in diesem Artikel geschrieben.

Die Nazca-Linien

Es gibt zwei Varianten, um die berühmten Figuren zu bestaunen: vom Aussichtsturm und vom Flugzeug. Unterschiede, wie man die Nazca-Linien erlebt, gibt es hierbei ganz klar. Schließlich zahlt man auch weniger als 1 € vs. Minimum 70 €. Es bedeutet allerdings auch, dass man nur zwei Figuren von schräg oben sieht und die ganzen Ausmaße dieser Scharrbilder nicht einmal erahnen kann. Vielmehr legt man nur einen kurzen Stop an der Straße ein, spart sich aber auch, wie ich mir sagen ließ, lange Nachwehen in Form von Übelkeit.

Ich selbst hatte mich nie wirklich mit dieser Thematik befasst und war daher mit der Kurzversion in Form des Aussichtsturms absolut zufrieden.

Was genau es mit den Nazca-Linien in der Wüstenlandschaft um Nazca auf sich hat, kannst du hier auf Wikipedia genauer nachlesen.

Wie kommt man zum Aussichtsturm?

Der Bus von Cusco nach Nazca kostete mich mit der Busgesellschaft Tepsa beispielsweise 115 Soles (etwa 30 €). Im Preis ist ein Snack während der Fahrt enthalten. Die Fahrtzeit in meinem Fall von 17:00 Uhr bis 7:00 Uhr fand ich ganz praktisch.

In Nazca gelangt man für 3 Soles (etwa 0,75 €) zum Aussichtsturm. Die Busse für diese Strecke (PerúBus) fahren an der Ecke vor dem Busterminal, an dem man in der Regel ankommt, ab. Man fragt hier einfach nach einem Ticket bis zum Aussichtsturm der Nazca-Linien (Mirador).

Ich konnte am Aussichtsturm aussteigen, nach oben gehen, ein paar Fotos schießen und direkt in den nächsten Bus, etwa 20 Minuten wieder einsteigen und weiter nach Ica fahren.

Ica und die Oase Huacachina

In Ica bietet sich eine Tour zu verschiedenen Weingütern an. Nicht nur Wein, sondern auch der berühmte Pisco kann hier direkt am Ort der Herstellung probiert werden. Das wohl bekannteste Weingut, mit sehr professionellen Führungen, ist Tacama. Man zahlt hier an Wochentagen 10 Soles (2,50 €) bzw. an Wochenenden und Feiertagen 15 Soles (etwa 3,75 €) und bekommt neben einer Führung auch eine Weinprobe angeboten. Der Wein ist nicht schlecht, aber kein Vergleich zum Wein aus Argentinien oder meiner Heimat Franken.

Der eigentliche Grund hier her zu kommen wird für die meisten Besucher, so wie für mich auch, die Oase Huacachina sein. Mitten in den riesiegen Sanddünen versteckt sich unweit von Ica ein See mit Palmen und einigen Hotels und Restaurants. Das wars. Schön ist es dennoch und meiner Meinung nach auch durchaus einen Besuch wert. Der Ort ist entspannt, viele Unterkünfte verfügen über einen Pool. Abends kann man das warme Wetter bei einem Pisco Sour genießen, nachdem man von der typischen Sandbuggy-Tour bei Sonnenuntergang zurückkommt.

Diese Touren dauern in der Regel etwa zwei Stunden, inklusive Sandboarding. Ein Spaß, den man schon mal mitmachen kann, auch wenn mich irgendwie der Gedanke stört, dass wir und zig andere Buggies wie verrückt durch die Wüste düsen. Als die Motoren abgestellt werden und die Sonne hinter den Dünen verschwindet, bin ich trotzdem äußerst glücklich über den schönen Tag.

Für die Sandbuggy und -boarding Tour zahle ich nach etwas Verhandlung 25 Soles (6,25 €). Der Sitzplatz ganz vorne wird mir außerdem versprochen. Fragen kostet ja nichts. Hinzu kommt eine Touristen-Steuer von 3,60 Soles (etwa 1 €). Es ist absolut nicht nötig, die Tour schon in Ica zu buchen, vor Ort geht ohne Probleme.

Wie kommt man hin?

Am Aussichtsturm der Nazca-Linien kann man in einen Bus in Richtung Ica einsteigen. Mit Soyuz kostet die Fahrt beispielsweise 7 Soles (etwa 1,75 €). Die Busse fahren ständig. Ich bin aus dem vorherigen Bus ausgestiegen, auf den Turm gestiegen und habe dann lediglich 5 Minuten gewartet, bis die Fahrt wieder weiterging.

In Ica werden von den Tourenbüros im Zentrum Touren zu den Weingütern angeboten. Ich habe mit einem Freund zusammen eine private Tour gebucht für 40 Soles pro Person (etwa 10 €). Zusätzlich ist der Eintritt beim Weingut Tacama (s.o.) zu zahlen.

Zwischen Ica und Huacachina verkehren ständig Tuk Tuks (5 Soles) und Taxis (8 Soles).

Küstenort Paracas

Die Küste ist so gegensätzlich zum grünen Bergland und Dschungel des restlichen Landes. In Paracas kann man neben einigen Strandbuden und -bars das Naturreservat besuchen oder auch beradeln. Ich habe mir ein Bike gemietet (30 Soles ~ 7,50 €) und mich auf den Weg zu verschiedenen Buchten und Stränden gemacht. Empfehlenswert? Ich weiß nicht. Angeblich ist es morgens windstill. Als ich mittags die Tour starte, kämpfe ich ganz schön mit dem Gegenwind. Dazu kommt eine recht holprige Straße, alles nicht so optimale Verhältnisse. Gute 27 Kilometer kann man hier fahren, um die komplette Route abzuklappern. Abkürzungen gibt es auch, wenn man nicht überall hin möchte.

Die Sonne knallt hier richtig runter. Schatten findet man auf der gesamten Strecke nicht. Sonnencreme und viel Wasser ist daher unverzichtbar.

In einem kleinen Hafenort kommt mir ein Reisebus gerade recht. Mit einem bettelnden Blick frage ich, ob ich nicht mitgenommen werden könnte. Mit dem fehlenden Platz fürs Fahrrad will er sich erst rausreden. Ob wir es nicht wenigstens mal versuchen könnten, frage ich vorsichtig. Nun ja, er packt ja doch mit an, gibt sich größte Mühe, alles zu verstauen und schon gehts per Bus zurück nach Paracas.

Wie kommt man nach Paracas?

Von Ica nach Paracas fährt morgens um 9:15 Uhr ein direkter Bus (PerúBus) für 12 Soles (3 €). Mit der gleichen Busgesellschaft gelangt man in vier Stunden auch für 40 Soles (10 €) von Lima nach Paracas.

Lima - die Hauptstadt

Zu Lima kann ich gar nicht viel sagen - zu kurz ist mein Aufenthalt in der Hauptstadt. Die meiste Zeit verbringe ich in Miraflores, dem wunderbar modernen Stadtviertel mit der hübschen Promenade, von der man die verbeifliegenden Paraglider beobachten kann. In den unzähligen Cafés und Restaurants kann man es sich gut gehen lassen. Ja, hier hätte ich gerne mehr Zeit.

Was man sich meiner Meinung nach hingegen sparen kann, sind die Ruinen von Pachacarmac. Nicht nur, dass die Anfahrt irgendwie umständlich ist, mich fasziniert der Ort auch nicht wirklich. Mir fehlen Infotafeln und Erklärungen, die Landschaft ist eher trist und karg.

An- und Weiterreise

Von Paracas komme ich mit PerúBus für 12 Soles (etwa 3 €) auf direktem Wege nach Lima. Die Fahrt um 10:20 Uhr dauert 4 Stunden. Ein Ticket bekommt man in Paracas direkt am Plaza de Armas. Ein weiterer Bus fährt am Nachmittag.

Leider gibts in Lima kein zentrales Busterminal. Vielmehr hat jede Busgesellschaft ein eigenes Terminal. Man sollte daher schon vor der Weiterreise im Internet suchen, mit welchem Unternehmen man unterwegs sein möchte. Nach Huaraz bin ich weiter mit dem Nachtbus von Movil Tours unterwegs. Die Preise variieren je nach Komfort.

Trujillo und Huanchaco

Trujillo - ein Städtchen mit einem hübschen Stadtkern im Kolonialstil. Daneben gibts hier zur Abwechslung mal keine Inka-Ruinen, sondern die der einstigen Hauptstadt des präkolumbischen Chimú-Reiches: Chan Chan. Bis zu 60.000 Menschen sollen hier gelebt haben. Eine Stadt, die schon im Jahr 1.300 entstanden sein soll und noch immer teilweise, mehr oder weniger gut, erhalten ist? Möglich durch das Klima an der Pazifikküste. Erst das inzwischen wechselnde Klima und teilweise starke Regenfälle (El Nino) droht die Stätte zerstört zu werden. Aus diesem Grund wurde mittlerweile eine Überdachung über das UNESCO Weltkulturerbe angebracht.

Wie auch beispielsweise in Kuelap wollten hier ebenfalls die Inkas die Oberhand gewinnen. Nach deren Einnahme verlor die Stadt an Bedeutung. Die Spanier gaben später ihr Übriges und zerstörten einen großen Teil Chan Chans.

Lohenswerter zum Übernachten ist jedoch eher der Strand- und Surfort Huanchaco. Nicht viel zu tun gibt es hier, aber wer entweder einen Surf-Hot-Spot oder Ruhe sucht, ist hier richtig.

Meine Unterkunft

Ich war mit meinem Hostel, dem Casa Fresh in Huanchaco, sehr zufrieden. Die Atmosphäre war super mit geselligen Abenden auf der Dachterrasse. Pro Nacht zahlte ich hier im Mehrbettzimmer 5 €. Das Hostel liegt direkt am Strand, Lokale sind nicht weit entfernt. Ich würde auf jeden Fall wieder hiere schlafen.

Zur Buchung gelangst du hier.

Infos

Eine Tour zu den Ruinen von Chan Chan, inkl. Besuch von Huaca Arco Iris o Dragon und einem Abstecher zum Strand von Huanchaco buchte ich für 20 Soles (etwa 5 €) bei einer kleinen Agentur, direkt neben dem McDonalds in Trujillo am Plaza de Armas. Darüber hinaus ist noch ein Eintritt von 10 Soles bzw. 5 Soles für Studenten (etwa 2,50 € bzw. 1,25 €) zu entrichten.

An- und Weiterreise

Von Huaraz fahren mehrfach täglich Buss nach Trujillo. Auch hier gibt es kein zentrales Busterminal. Ich bin mit Linea gefahren, war allerdings zu spät dran für einen Nachtbus und bin deshalb für 30 Soles um 9:30 Uhr nach Trujillo gefahren.

Meine Reise ging weiter nach Cajamarca, ich würde aber eher empfehlen, direkt nach Chachapoyas zu reisen. In Cajamarca verpasst man nicht viel und der direkte Weg scheint günstiger zu sein.

Zwischen Trujillo und Huanchaco verkehren ständig Busse (groß und gelb/orange).

#Peru #Weltreise #Backpacking #Südamerika

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