• Bettina

Entlang der Pazifikküste Costa Ricas


Ich bin in der Hauptstadt San José, was ich mir hätte sparen können. Gleich morgens um 6:00 Uhr mache ich mich daher mit dem ersten Bus auf den Weg, um schon am Nachmittag am Meer zu sein. So zumindest der Plan.

In Realität kam mir eine Straßensperre in die Quere. Aus den üblichen vier bis fünf Stunden werden zwanzig, etwa fünfzehn Stunden bewegen wir uns keinen Meter. Den wirklichen Grund werde ich wohl nie erfahren, jedenfalls waren Fischfänger am Werk, die sich ein gemütliches Lager mit BBQ und ihren Familienangehörigen aufgeschlagen hatten. Selbst der einsetzende Regen störte sie unter ihrer Plane natürlich nicht. So komme ich also erst um 2:00 Uhr nachts an, zusammen mit einer Puerto Ricanerin, die mit den Nerven am Ende ist. Sie hatte gerade erst ihre erste Reise alleine gestartet und überhaupt zum ersten Mal einen öffentlichen Bus genommen.

Einen Einblick in meine Stationen gebe ich jedoch nicht vom Ort Uvita beginnend, der an diesem Tag mein Ziel war, sondern etwas strukturierter von Süden nach Norden.

Bahia Drake

Fangen wir also mit meiner liebsten Destination am Pazifik an, der Bucht, in der wohl Sir Francis Drake schon anlegte. Auch wenn hier alles wirklich nicht günstig ist, mag ich diesen Ort auf der südlichen Halbinsel besonders gerne. Der Corcovado Nationalpark ist der Hauptgrund für viele Reisende, hierher zu kommen. Ein Besuch ist lediglich mit Guide möglich und kostet mindestens 90 USD. Für mich ist er damit gestorben - genau wie alle anderen Touren hier.

Aber schon alleine bei der Fahrt mit dem Motorboot ab Sierpe nach Drake sehen wir riesige Krokodile. Auch wenn die Fahrt kein Schnäppchen ist (Boot morgens kostet 15 USD, nachmittags 20 USD), ich möchte es nicht missen. Denn in Drake liege ich an einem einsamen Strand ohne eine Menschenseele, ich wandere entlang der Küste auf dem sogenannten Drake Trail, beobachte Kapuzineräffchen aus nächster Nähe, genau wie Brüllaffen und finde auch hier wieder einsame Strände am Meer. In der Dorfdisco habe ich einen unglaublich lustigen Abend mit Einheimischen und meinen Hostelkollegen aus Uruguay und den USA. Zu dritt sitzen wir auf ein Motorrad gequetscht, als unser Gastgeber unsere Feierfreude vernimmt und uns anbietet, uns gerne in die Disco zu fahren. Ich trinke guten chilenischen Rotwein mit Locals am Strand, ich sehe schöne Sonnenuntergänge und genieße die Ruhe. Ich sitze mit einem alten, blinden Mann an einem Tisch. Er erzählt mir von der Schönheit Costa Ricas, so wie er sich sein Land vorstellt, während ich mir denke, dass es sogar noch schöner ist. Und mit den Worten, die meinen Nerv in dem Moment so sehr treffen, "Das schönste im Leben ist die Freiheit. Gute Reise!" verabschiedet er sich wieder. Hach, wie herrlich sind diese Tage.

Uvita

Ein breiter Strand, der geformt ist, wie die Schwanzflosse eines Wales, und das auch noch am Nationalpark Marino Ballena (ballena = span. für Wal), das erwartet einen in Uvita. Der Ort ist nicht nur bei Surfern beliebt, auch ich mag die entspannte Stimmung hier. Um bis vor auf die "Schwanzflosse" laufen zu können, ist es wichtig, sich über den Zeitpunkt des Wassertiefstandes zu informieren. Ansonsten ist davon nämlich absolut nichts mehr zu sehen. Hier findest du die entsprechenden Zeiten.

Während der Walsaison ist Whale Watching groß in Uvita. Die Touren sind auch wieder nicht für meinen Geldbeutel gemacht. 65 USD bin ich nicht bereit zu zahlen (zum Vergleich: in Kolumbien zahlte ich umgerechnet 14 €).

Quepos und Manuel Antonio Nationalpark

Der Nationalpark hat montags zu. Jeder weiß das offensichtlich, ich nicht. Dass das aber auch nicht besonders tragisch ist, stelle ich fest, als ich stattdessen an den angrenzenden Strand außerhalb des Parkes fahre.

Am nächsten Tag dann bin ich aber einer der ersten Gäste, die an der Pforte zum Nationalpark auf den Eintritt warten. Und obwohl alles so überlaufen sein soll, sind die ersten Stunden hier super ruhig und entspannt. Einen Guide nehme ich mir nicht. Man sieht schließlich eh, wo einer steht und seine Entdeckung preisgibt, dann schaut man eben in die selbe Richtung und erspäht das Faultier ganz genauso. Die Kapuzineraffen sind so frech und zahlreich vorhanden, dass man sie gar nicht übersehen kann. Insgesamt ist der Manuel Antonio Nationalpark schön gelegen, mit all den herrlichen Stränden, dass sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt. Früchte und Kekse sollte man nicht dabei haben, seine Tasche sowieso besser nicht aus den Augen lassen. Denn sonst greifen die Langfinger zu.

Ich könnte mir vorstellen, dass es während der Hauptsaison schlimmer mit dem Besucherandrang ist. Dann heißt es früh da sein, denn der Einlass ist nicht unbegrenzt. Ob es dann noch Spaß dort macht, kann ich nicht beurteilen.

Montezuma

Montezuma bietet mehr als einen Surfer-Strand. Einen super abwechslungsreichen Weg zu einem Wasserfall nämlich, mit Seilen, durch den Fluss und über Steine und Wurzeln. Und natürliche Pools in den Felsen an der Küste, von denen man in den orangefarbenen Himmel beim Sonnenuntergang blicken kann. Das kleine Dorf hat den Ruf eines Hippie-Ortes, aber wo die Hippies sein sollen, ist mir nicht ganz klar. Mein Aufenthalt wird noch besser, als ein junger Deutsch-Tico in mein Hostel spaziert und deutsches Brot verkauft. Ich schlage zu und auch wenn es nicht ganz an das vermisste Schwazbrot ran kommt, bin ich dennoch kurz auf Wolke 7.

Nach Montezuma fahren Touristenboote für teure 40 USD. Alternativ kann man die Fähre ab Puntarenas (etwa 1,25 €) und danach den Bus bis Montezuma nehmen. Mit etwas Glück sieht man bei der Überfahrt sogar Wale. In meinem Fall zeigen sich bestimmt fünf Buckelwale.

Meine gesamte Route durch Costa Rica sah so aus:

D = Uvita

E = Bahia Drake (weiter südlich auf der Halbinsel)

F = Quepos

G = Montezuma

#CostaRica #Backpacking #Weltreise #Mittelamerika

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