• Bettina

Reiseguide China - Visum, Unterkünfte und Co.


China bringt jeden Reisenden, der ohne Guide unterwegs ist, an seine Grenzen. Man kommt klar, aber eben nicht so leicht, wie in den Backpacker-Paradiesen Südostasiens. Sprache und Schriftzeichen schaffen zwar eine Hürde, aber alleine deshalb solltest du nicht von einer Reise ins Reich der Mitte absehen.

Während der Sommerzeit in Deutschland sind uns die Chinesen übrigens 6 Stunden voraus, zur Winterzeit sogar 7 Stunden.

Visum

Das Visum beantragst du (ausgehend von Deutschland) bei der Chinesischen Botschaft je nach Wohnort in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg oder München. Auf der verlinkten Webseite wirst du Schritt für Schritt durch die Antragstellung geleitet. Als Tourist wählst du die Kategorie L. Es gibt ein Online-Formular, das du ausfüllen und mit den nötigen Unterlagen einreichen kannst. Da die Nachweise, die das Konsulat benötigt, abhängig sind von deiner Visakategorie, solltest du dich an der Webseite orientieren. In meinem Fall legte ich ein Einladungsschreiben meines Bruders, der in China lebt, vor und konnte damit ohne Nachweise einer

Die Beantragung sollte zwischen einem bis drei Monate vor der Reise erfolgen.

Auch die Kosten des Visums richten sich nach verschiedenen Kriterien. Eine Übersicht findest du hier. Nachdem ich den Service per Post nutzte, zahlte ich 161,50 €. Bei persönlicher Antragstellung zahlt man 125,45 €.

Für den Fall, dass du ebenfalls den Weg per Post nutzen möchtest, solltest du dir über den sicheren Passversand Gedanken machen. Ich habe hierzu vor einiger Zeit diesen Artikel geschrieben.

Sobald das Visum erteilt wurde, erhälst du eine Zahlungsaufforderung. Der Pass wird an dich zurückgeschickt, nachdem deine Gebühr beglichen ist.

Unterwegs in China

Meine Reise begann in Peking und endete in Hongkong. So bewegte ich mich fort:

In Peking fährt man Metro oder Bus. Letzteres hatte ich mich nur zusammen mit Chinesen getraut - aus dem einfachen Grund: ich konnte keine Haltestellen lesen, weder auf den Plänen, noch im Bus, noch wusste ich, an welcher ich zustieg. Metro war daher das Mittel meiner Wahl. Über meinen Ausflug zur Chinesischen Mauer erfährst du hier alles, was du wissen musst.

Von Peking nach Suzhou wählte ich den Zug. Mein Ticket ($ 60) sicherte ich mir bequem und einfach von zu Hause über diese Webseite. Zumindest lange Strecken sollte man im Voraus buchen. Per E-Mail bekommt man eine Ticketnummer und eine Anleitung auf Englisch mit einigen chinesischen Hilfestellungen für die Orientierung am Bahnhof. Auf der Strecke Peking - Shanghai sind die Hochgeschwindigkeitszüge (abgekürzt mit CRH) unterwegs, man kann aber auch die günstigere Variante wählen. Ich saß beispielsweise 12 Stunden über Nacht in der 2. Klasse, die Schlafkabinen waren bereits ausgebucht.

In Suzhou gibt es wieder ein gut ausgebautes Metro-Netz. Zwischen den Kanälen und Gärten war ich aber auch gerne und viel zu Fuß unterwegs.

Von Suzhou nach Shanghai fuhr ich ebenfalls Bahn. Das Ticket bekam ich auch noch am Abfahrtstag, hätte aber auch schief gehen können. Der Mitarbeiter im Hostel schaute mich mit großen Augen an: "Heute? Hast du schon dein Ticket?"

In Shanghai: ganz klar Metro! Und nachts eben Taxi. Wenn du in Shanghai das Nachtleben nicht kennenlernst, warst du nicht in Shanghai. Der Bahnhof ist auf internationale Besucher eingestellt und gut ausgeschildert.

Von Shanghai nach Zhujiajiao und zurück nach Shanghai fuhr ich mit dem Bus. Dieser braucht etwa eine Stunde und kostet fast nichts.

Von Shanghai nach Huangshan nahm ich wieder den Bus. Abfahrt ist in Shanghai von der "South Long Distance Bus Station". Etwa 8 - 9 Stunden ist man hier unterwegs.

Von Huangshan nach Hangzhou - du kannst es dir denken - wieder Bus! Ja was soll ich sagen, es ist eben immer das spontanste und günstigste Verkehrsmittel. Aber gleich kommt die Wende.

Von Hangzhou nach Guilin flog ich mit Hainan Airlines. Das System Last Minute funktioniert hier leider nicht so gut. Je knapper du zeitlich dran bist, um so teurer ist der Flug. Ein, zwei Wochen vor Abflug kannst du echte Schnäppchen erwischen. Ich bin sehr gerne bis zur letzten Minute flexibel und hatte erst in Hangzhou gebucht, musste dann etwas tiefer in die Tasche greifen.

Von Guilin nach Yangshuo, Guangzhou und Hongkong fiel ich zurück in mein altes Muster und nahm natürlich den Bus. Genauere Infos zur Anreise nach Hongkong kannst du in diesem Artikel nachlesen.

Google, Facebook & Co.

Reisen ohne Google? Für mich kaum vorstellbar, aber in China leider der Fall. Ebenso sind sämtliche Social Media Services blockiert. Man kann das so akzeptieren oder tricksen.

Mit NordVPN bin ich während meiner Reise gut gefahren. Ich konnte mit einem vierwöchigen Abo alle gesperrten Internetdienste nutzen. Allerdings ist das keine 100%-ig sichere Sache. Ich habe auch schon gehört, dass auch kein VPN mehr half und wirklich gar nichts mehr ging.

Retter in der Not, sogar auch offline, ist auf jeder Reise meine geliebte und kostenlose App Maps.Me. Damit navigierst du dich überall hin, setzt Lesezeichen auf die nächste Sehenswürdigkeit, deine Unterkunft oder die Metro-Station. Die Karten muss man lediglich herunterladen, solange man Internet hat.

WhatsApp funktioniert manchmal, manchmal auch nicht.

Alternativen ohne VPN wären beispielsweise Bing anstelle von Google, Maps.Me zum Navigieren und der Messenger WeChat für Andriod/iPhones. WeChat kennen auch fast alle Einheimischen - WhatsApp nutzt hingegen fast niemand.

Meine Unterkünfte

Alle meine Unterkünfte habe ich in China über Booking.com gebucht. In Shanghai quartierte ich mich bei meinem Bruder ein, weshalb hierfür keine Unterkunft genannt ist. Dies hier ist keine Werbung, es stellt lediglich meine Erfahrungen dar.

Beijing Sunrise Youth Hostel, Peking

Das Hostel hat mich überzeugt. Es wird täglich geputzt, die Gemeinschaftsbäder sind geräumig und mit ausreichend vielen Duschen und Toiletten ausgestattet. An der Rezeption versteht man einigermaßen gut Englisch. Zudem können Touren dort gebucht werden, wie z. B. zur Großen Mauer von China. Die nächste Metro-Station ist zu Fuß erreichbar, aber nicht gleich um die Ecke. Mich hat es nicht gestört. Selbst zur Verbotenen Stadt kann man zu Fuß gehen, wenn man nicht in Eile ist (1,6 km).

Pro Nacht zahlte ich in einem 8-Bett-Zimmer 8,83 €.

Zur Buchung gelangst du hier.

Blue Gate Youth Hostel, Suzhou

Auch wenn unser Zimmer nicht das sauberste war (lag vermutlich an den Bewohnern), war der Rest des Hostels tip top. Der Gemeinschaftsraum ist sehr gemütlich, die Besitzer super nett. Mit Englisch kommt man hier gut klar, auch Zugverbindungen sucht man hier gerne mal für seine Gäste. Ich hatte etwas gebraucht, das Hostel zu finden. Es ist von außen sehr unauffällig und lediglich anhand der blauen Tür (Blue Gate), konnte ich darauf schließen, dass es hier sein müsste. Die nächste Metro-Station ist nur einen Katzensprung entfernt. Absolute Empfehlung!

Pro Nacht zahlte ich in einem 8-Bett-Zimmer 4,67 €.

Zur Buchung gelangst du hier.

Huangshan Yongle Guesthouse, Huangshan

Sehr bemühte und Nette Besitzer, aber an sich war dieses Guesthouse kein Ort zum Wohlfühlen. Dank Translation-App konnte ich mich etwas verständigen oder mir wurde eine Telefon gereicht, mit einer Person, die Englisch verstand. Auch postiv ist, dass in unmittelbarer Nähe die Busse in die Berge abfahren. Die Suche stellt sich als äußerst schwierig heraus. In dem Gässchen, wo sich die Unterkunft versteckt, vermutet man sie niemals. Weiterempfehlen würde ich dieses Guesthouse nicht.

Pro Nacht zahlte ich in einem Doppelzimmer für mich alleine 6,68 €.

Zur Buchung gelangst du hier.

Hangzhou Citynest Youth Hostel, Hangzhou

Oh ja, hier war es schön. Am Hostel kann man Fahrräder leihen (in Kindergröße) mit denen man um den Westsee radeln kann. Und was mir sehr gut gefallen hat: es kann dort Frühstück und Abendessen bestellt werden und alle essen zusammen. Das Frühstück ist nicht der Hit, aber das Abendessen äußerst lecker. Englisch klappt problemlos, allerdings war zu meiner Zeit ein Praktikant aus Shanghai vor Ort. Ich kann nicht sagen, ob es immer so ist. Die Betten sind nicht sehr bequem, wie in so vielen Hostels in China. Bei den dünnen Matratzen spürt man morgens jeden Knochen. Dennoch: ich würde wieder hier hin gehen.

Pro Nacht zahlte ich in einem sehr kleinen 4-Bett-Zimmer 7,95 €.

Zur Buchung gelangst du hier.

GuiLin GreenForest Hostel, Guilin

Dieses Hostel fand ich auch ganz cool, mit der Ausnahme, dass auch hier die Matratzen so dünn waren, dass sie sich eigentlich gar nicht so nennen dürften. Und im Bad war der Wasserablauf nicht so glücklich gesetzt. Aber ansonsten gab es in dem Hostel Personal mit Englischkenntnissen, leckeres Frühstück und Abendessen, Tourenangebote zu den Reisterrassen oder zum Li River und einen großen Gemeinschaftsraum. Das Hostel liegt direkt an einem Fluss umgeben von Bäumen, was den Namen rechtfertigt. Bis auf die Rückenschmerzen eindeutig zu empfehlen.

Pro Nacht zahlte ich in einem 6-Bett-Zimmer 3,90 €.

Zur Buchung gelangst du hier.

Yanshuo 131 Youth Hostel, Yangshuo

Nun ja, die Matratzen waren ein Traum, aber ansonsten war das Hostel nicht eines meiner Favoriten. Für den Preis war es natürlich völlig in Ordnung. Die Zimmer waren nicht sehr sauber, ich hatte allerdings einen kompletten Schlafsaal für mich alleine, mit Safe, Dusche und WC. Zu zwölft ist dar Stau vor dem Bad allerdings vorprogrammiert. Man kann direkt im Hostel Fahrräder, sogar Mountainbikes, leihen.

Pro Nacht zahlte ich in einem 12-Bett-Zimmer 2,92 €.

Zur Buchung geht es hier.

Yuan Cun Zhu Jiang Hotel, Guangzhou

Nein, hier mache ich mir gar nicht erst die Mühe. Lasst die Finger davon.

Pro Nacht zahlte ich in einem 6-Bett-Zimmer 5,19 €.

Alley Time Youth Hostel, Guangzhou

Auch hierfür kann ich eigentlich keine Empfehlung aussprechen. Die Betten sind alles andere als bequem, die Zimmer klein. Ich würde nicht mehr wiederkommen.

Pro Nacht zahlte ich in einem 4-Bett-Zimmer 7,66 €.

Zur Buchung geht es hier.

Apple Inn Tsim Sha Tsui, Hongkong

Dieses Hostel hat einen großen Vorteil: man kann kostenlos Wäsche waschen und sogar den Trockner nutzen. Zudem ist die Lage ziemlich zentral. Aber das war es auch mit den positiven Aspekten. Ich hatte mich beispielsweise geärgert, dass ich aufgrund eines Taifuns erst einen Tag später nach Hongkong kommen konnte (es fuhren keine Busse mehr), dennoch wurde mir die Nacht abgebucht. Klar, ich habe dafür Verständnis, aber gefreut hat es mich nicht. Die Zimmer sind sehr klein und zudem wird darin noch Toilettenpapier, Waschmittel und sonstiger Kram gelagert. Man hat Wolldecken und unbequeme Kissen, ob die Sachen gewaschen werden, wage ich zu bezweifeln.

Pro Nacht zahlte ich in einem 6-Bett-Zimmer 11,92 €.

Zur Buchung geht es hier.

Dadol Hotel, Hongkong

Hongkong wird sehr schnell sehr teuer. Mit ein paar Abstrichen ist dieses Hotel in Ordnung. Es ist sauber und hat eine Klimaanlage, die Lage ist gut. Es ist sehr einfach ohne Schnickschnack und absolut ungeeignet, wenn man sich über längere Zeit in seiner Unterkunft aufhält. Nur zum Schlafen und Duschen passt das allemal.

Pro Nacht zahlte ich in einem Doppelzimmer zusammen mit meinem Bruder 49,00 €, also pro Person 24,50 €.

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Reiseführer

Mein treuester und schwerster Freund war während meiner dreiwöchigen Reise der 1.108 Seiten dicke Lonely Planet "China".

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Zu den Artikeln

#China #Visum #Asien #Backpacking

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