• Bettina

Sansibar: Orts-Check und Insel-Highlights

Nach meiner zweiten Tansaniareise und ein paar weiteren Wochen auf der paradiesischen Urlaubsinsel Sansibar möchte ich dir hier ein paar wertvolle Tipps mit auf den Weg geben. Welche Ort sind für wen geeignet? Was sind die Vor- und Nachteile der jeweiligen Strände? Und was gibt's zu entdecken?

Wie die meisten Individualreisenden auf Sansibar habe auch ich mich vorher gefragt, wo man denn am besten aufgehoben ist, wo man den Touristenmassen einigermaßen entkommen und ein paar Tage lang die Seele baumeln lassen kann. Während meiner ersten Reise war ich in der Nebensaison, im April, da, jetzt bei meinem zweiten Mal in den Monaten Januar und Februar.

Den "Echtbetrieb" kenne ich aber noch immer nicht wirklich. Viele Einheimische haben mir versichert, dass es im August und Dezember beispielsweise ziemlich turbulent zugeht, Orte wie Kendwa, Nungwi und Paje sehr überlaufen sind und die Preise für die Unterkünfte drastisch ansteigen. Im April waren einige Hotelanlagen geschlossen, in den Restaurants und Strandbars blieben viele Tische leer, was mir ganz gut gefallen hat. Dieses Jahr - während der Pandamie - war eh alles anders. Tansania als eines der wenigen bereisbaren Länder, wurde Ziel von vielen, auch "untypischen" Afrikaurlaubern.


Eine kurze Zusammenfassung vorweg:

Sonnenuntergänge: Stone Town, Kendwa, Nungwi, Michamvi

Ruhigere Orte: Jambiani, Michamvi, Bwejuu

Party-Orte: Nungwi, Kendwa, Paje, Stone Town

Kitesurfen: Paje, Jambiani

Mein Lieblingsort: Michamvi ♥️


Ganz am Ende findest du ein paar Infos zu den Party-Locations der Insel.

Bisher war ich an den folgenden Orten der Insel:


Stone Town - Hauptstadt der Insel

Kendwa

Nungwi

Michamvi

Bwejuu

Paje

Jambiani

Mtende

Jozani Forest














Stone Town

„Taxi, Taxi!“, „Sorry Miss! Hello! Hello!“, „What are you looking for?“, „Hello! Where are you from?“, „You need a boy from Tanzania?“

Stone Town kann schon ein bisschen anstrengend werden, dabei steckt das Städtchen mit all den verwinkelten Gassen und massiven Bauten voller Potenzial. Man muss sich hier treiben lassen, an der Ecke für einen Kaffee oder würzig-scharfen Ingwertee bei den Einheimischen stehen bleiben, der Sonne beim Untergehen zusehen und sich abends durch den Nachtmarkt schlemmen. Es wäre ein No-Go direkt vom Flughafen zu einem der Beach-Villages zu fahren.



Meine Tipps:

  • Lasse dich durch die Gassen der Altstadt treiben!

  • Erhalte einen erschütternden Einblick in die traurige Vergangenheit am alten Sklavenmarkt! Der Eintritt inkl. kurzer Führung kostet 11.500 TSH (Stand 2019). Aber Vorsicht: Mich bewegen Themen wie diese und ich stand für kurze Zeit den Tränen nahe.

  • Solltest du Lust auf eine umfassendere Tour durch Stone Town haben, so kann ich dir meinen Guide Genga ans Herz legen. Er ist ein sympathischer Typ, der auch mal ein Lied trällert und immer ein Lachen im Gesicht hat. Bei der Stadtführung ist üblicherweise der Besuch des Slave Markets dabei. Um Genga zu kontaktieren meldest du dich am besten über sein Instagram-Profil @gengatzz bei ihm.

  • Gönne dir die berühmte Zanzibar-Pizza am täglichen Nachtmarkt im Forodhani Garten! Am besten bei Mr. Nutella für günstige 4.000 TSH. Total lecker! Ansonsten muss man hier vorsichtig sein. Man wird eiskalt über den Tisch gezogen.

  • Das Lukmaan Restaurant ist wohl eines der berühmtesten in Stone Town. Alle kulinarischen Einflüsse, die die Gewürzinsel abbekommen hat, wie z. B. die indische Küche, kannst du hier zwischen Locals und Touristen kosten. Ein Treffpunkt für alle mit fairen Preisen.

  • Ein wunderbares Café mit schöner Dachterrasse ist das Zanzibar Coffee House. Dafür gibt's meine absolute Empfehlung! Einen herrlichen Blick auf's Meer bietet hingegen das Travellers Café. Beide haben aber keine Preise auf Niveau der Locals.

  • Gegen Abend solltest du zum Sonnenuntergang an den Strand, den Jungs dabei zusehen, wie sie ihr akrobatisches Können zeigen oder einfach nur wie die Verrückten von den Mauern ins Meer jumpen.

  • Der Darajani Market gehört mit dazu - Gewürze, Cashews, Obst und Gemüse gibt's hier, genau wie den angrenzender Fischmarkt. Es ist das typische Gewusel mit den typisch aufdringlichen Verkäufern.


Kendwa

Einen breiten und herrlich weißen Sandstrand findet man im Norden in Kendwa. Einheimische spielen hier abends eine Runde Fußball oder stählen ihre Körper am Strand, während man sich als Tourist gerne mal einen Mangosaft oder Cocktail in den Strandlokalen, wie dem schönen „Kendwa Rocks“, gönnt. Kendwa gefällt mir sehr gut, aber vermutlich nur, weil es auch hier momentan (damals im April) sehr ruhig ist. Da der Ort an der Westküste liegt, hat man auch hier am Abend wieder tolle Sonnenuntergänge. Einmal pro Monat findet hier zudem die Full Moon Party statt ... falls man das möchte.


Nungwi

Ähnlich wie in Kendwa gibt es auch hier eines: sagenhaftes Wasser, so blau, wie man es sich kaum vorstellen kann. Nungwi ist wohl der bekannteste Ort auf der Insel. Mein Favorit ist es daher nicht, aber die Sonnenuntergänge und die, verglichen mit der Ostküste, geringeren Auswirkungen der Gezeiten sind eindeutige Vorteile.

Mit einem Einheimischen hatte ich die Chance, kostenlos in ein natürliches Aquarium zu gehen, eine Schildkrötenauffangstation, die zudem über die Plastikproblematik und das Leben der Meeresschildkröten aufklären will. Was ich wirklich davon halten soll weiß ich nicht. Zum einen ist das Eintrittsgeld wohl üblicherweise recht hoch (um die 10 USD?) und ich frage mich, warum man die Schildkröten, die als Beifang in die Netze gehen und hier abgegeben werden, erst nach einem Jahr wieder in die Freiheit entlässt. Auf der anderen Seite wird das Geld wohl unter anderem dafür verwendet, die Abgabe zu fördern und nicht den anderweitigen Verkauf der Tiere. Ich bin mir zu all dem nicht ganz schlüssig. Man kann die Schildkröten füttern und der ein oder andere Tourist meint auch, sie für das "perfekte Foto" am Kopf kraulen oder aus dem Wasser heben zu müssen.


In Nungwi befindet sich eins der schönsten Hostels auf Sansibar: das Makofi Guest House. Das Frühstück ist köstlich und ich habe mich super wohl gefühlt.



Lokal und basic kann man zum Beispiel im Mama Africa oder im Manchester Essen gehen, ansonsten gibt es ein umfassendes Angebot mit Seafood und westlicher Küche entlang des Strands.




Michamvi

Einen Strand fast für mich alleine (im April), abendliche Sonnenuntergänge an der Strandbar Kae Funk und das leckerste Essen auf der Insel fand ich in meinem persönlichen Favoriten Michamvi.

In der Milele Lodge fühlte ich mich beim ersten Mal unheimlich wohl. Die Mitarbeiter sind super nett, die Gerichte zwar nicht günstig, aber hervorragend, und weit zum Strand hat man es auch nicht.

Geht man den Strand Richtung Süden (nach links) entlang, kommt man nach wenigen Minuten zu den Mangroven und anschließend zu einer traumhaften Sandbank. Hierbei muss man einen kleinen Fluss überqueren, was bei Ebbe problemlos zu Fuß machbar ist, bei Flut kann man auf das kleine Boot dort zurückgreifen.


Eine andere Herzensempfehlung ist die Mount Zion Lodge. Hier wäre ich am liebsten für immer geblieben. Welch unglaublich nette Angestellte, wann immer es möglich war, bekam ich ein eigenes Hüttchen statt dem gebuchten Mehrbettzimmer. Und Dulla kocht hervorragend.



ACHTUNG! In Michamvi gibt es keinen Geldautomaten. Es ist nicht üblich, dass alle Unterkünfte Kartenzahlungen akzeptieren. Die nächstgelegenen Geldautomaten findet man in Paje (ca. 10 Min. im Dala Dala).


Mitunter mein schönstes Erlebnis in Michamvi war die Fahrt mit dem traditionellen Fischerboot, dem sogenannten Dhau (engl. Dhow) an einen Strand zum Sonnenuntergang. Freunde hatten mir diese einmalige Erfahrung ermöglicht.



Bwejuu


Bwejuu war der wohl ruhigste Ort, an dem ich bisher war. Besonders in der Nähe meiner Unterkunft, den Evergreen Bungalows, war nicht besonders viel los. Was eigentlich super klingt war für mich nicht so ideal. Ich habe es schon ganz gern, wenn ich mir bei einer lokalen Bude etwas zu Essen holen kann, aber hier gabs die Wahl zwischen teurem Essen im Hotel oder einer Fahrt nach Paje.


Außerdem befinden wir uns inzwischen an der Ostküste, was bedeutet, dass man leider keinen Sonnenuntergang mehr hat und das Wasser während der Ebbe sehr lange verschwindet.


Ein unschöner Trend scheint es auch in den letzten Jahren geworden zu sein, dass man in Bwejuu und Paje mit Rollern an den Stränden entlangfährt - sowohl Touristen als auch Einheimische.


Paje

Eine Unterkunft direkt am Strand hatte ich hier mit dem Ananda Beach House gefunden. Der Strand ist nicht so versteckt und sauber wie in Michamvi, nicht wegen Müll, sondern etwas mehr Seegras gibt es hier. Außerdem ist Paje mittlerweile zum Hotspot für Kitesurfer mutiert.


Wofür ich Paje wirklich mochte, war das Nachtleben. In verschiedenen Lokalitäten ist hier etwas geboten. Jeder Abend beginnt mehr oder weniger im Africana's BBQ, wo sich sowohl Einheimische als auch Touristen versammeln. Auch zum Mittagessen war ich immer wieder hier. Wer schon länger unterwegs ist und Gelüste nach einer richtig guten Pizza hat, wird im „Delight“ fündig.


Als alleinreisende Frau kann man sich sicher sein, dass man sofort das Interesse der Massai erlangt. Das soll nicht negativ klingen, sie sind ja immer absolut freundlich, aber quatschen einen halt mit einer 110%-iger Sicherheit an.


Eine Alternative ist das Your Zanzibar Place. Das Hostel liegt nicht direkt am Strand, ist um einiges größer und hat nette Bungalows als Dorms (teilweise aber sogar mit Sandboden innen - vielleicht nicht jedermanns Sache).




Jambiani


Oh Jambiani - hier fühle ich mich wohl. Der Strand ist wegen dem vielen Seegras auch hier nicht strahlend weiß, aber es ist so ein entspannter Ort.


Ich kann hier folgende Dinge empfehlen:


Lerne das Leben der Locals mit einer Jambiani Village Tour kennen. Wir konnten einen Blick in die Schule und das Krankenhaus werfen, haben gesehen, wie die Frauen Seegras kultivieren und aus Kokosnüssen Seile herstellen. Super interessant und mit dem lieben Lau, dem sympathischen Rasta, der dich barfuß durch das Dorf führt, ein absoluter Tipp. Du kannst den Kontakt am einfachsten über Instagram @mambopoa.zanzibar herstellen.



Ebenfalls mit ihm habe ich einen Kochkurs gemacht. Er zeigte mir mit viel Geduld, wie man Chapati, das leckere Fladenbrot, und Gemüsecurry kocht. Es war ein Festessen und hat unheimlich viel Spaß gemacht.



Nicht weit von Jambiani befindet sich das Kuza Cave. Auch hier kann man mal einen Abstecher hin machen. Mit 20.000 TSH oder 10 USD ist der Eintritt zwar verhältnismäßig teuer, aber okay. Am einfachsten kommt man hin, indem man sich in Jambiani oder Paje ein Boda Boda (= Motorradtaxi) organisiert.


Important to know: Auch in Jambiani findest du keinen ATM. Der nächste Geldautomat ist aber bereits in Paje. Generell wäre meine Empfehlung jedoch, einen größeren Betrag aus Stone Town mitzunehmen. Nicht immer sind die Geldautomaten gefüllt.


Mtende


Dieser Ort ganz im Süden ist nicht mehr ganz der Geheimtipp, der er mal war. Aber schön ist der schmale Strandabschnitt zwischen den Felsen allemal.


Wichtig ist es auch hier, die Gezeiten im Hinterkopf zu behalten. Bei Flut kann man wunderbar schwimmen, bei Ebbe dafür bis zu dem Restaurant auf dem Felsen laufen. Beides hat seine Vorzüge. Aber keine Sorge, sollte das Wasser kommen wirst und du steckst noch dort hinten fest, so wird dich jemand mit einem Boot holen kommen.



Jozani Forest


Im Inselinneren auf dem Weg von Stone Town nach Paje befindet sich der Jozani Forest, ein 50 km² großes Waldgebiet mit altem Baumbestand und den bekannten Red Colobus Monkeys (Rote Stummelaffen) und Black Monkeys. Die Äffchen sind weder scheu, noch attackieren sie die Menschen, schlichtweg haben sie kein Interesse an uns und das ist für den Besuch besonders angenehm - hehe.


Den Park kann man lediglich mit Guide in einer Gruppe besuchen. 25.000 TSH kostet der Eintritt. Der anschließende Besuch der Mangroven ist hier auch dabei (man fährt mit den eigenen Autos bzw. sorgt der Guide dafür, dass die Gäste ohne Transportmittel bei anderen mitfahren dürfen).


Rote Stummelaffen können übrigens bis zu 25 Jahre alt werden und aufgrund ihrer Ernährung aus Blüten und Blättern bis zu 3 Monate ohne Wasser auskommen. Faszinierend, oder?




Wann und wo steigt auf Sansibar die Party?


Montag:

Jambiani: Red Monkey


Dienstag

Paje: Garage (Reggae)

Nungwi: Istanbul


Mittwoch:

Nungwi: Coccobello (Reggae)


Donnerstag:

Nungwi: Cholo’s (Beach Party)

Paje: Demani Lodge


Freitag:

Nungwi: Istanbul

Paje: Jambo (Beach Party)


Samstag:

Kendwa: Kendwa Rocks

Stone Town: Tatu


Sontag:

Nungwi: Coccobello

Stone Town: Tatu


Zusätzlich findet einmal pro Monat die Full Moon Party im Kendwa Rocks statt.


#Tansania #Weltreise #Backpacking #Afrika

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