• Bettina

Grenzgänger Titicacasee


Oh du wunderbarer Titicacasee! Du gibst mir das Gefühl von Meer inmitten des Altiplano der Anden. Bei einer Größe von mehr als 8.200 km² ist schließlich bis zum Horizont außer Wasser nichts zu sehen. Auch bekommt man lediglich dann die körperliche Bestätigung, sich auf 3.812 Metern über dem Meeresspiegel zu befinden, wenn man weiter aufwärtsgeht und einem die Luft zum Atmen fehlt. Immerhin ist der Titicacasee der höchstgelegene beschiffbare See der Welt und liegt auf der Grenze von Bolivien und Peru.

Bolivianische Seite

Bei einem Besuch des Titicacasees in Bolivien führt kein Weg an Copacabana vorbei. Der Ort an sich lebt für den Tourismus. Zahlreiche Restaurants erschweren einem die Wahl. Dabei habe ich für 25 Bs. (etwa 3,00 €) die beste Forelle "Trucha a la Romana" im Kiosk Nr. 12, direkt unten am See, gegessen. Endlich gibt es Fisch in Bolivien - für mich ein Hochgenuss.

Neben der recht hübschen Basilica Virgen de Copacabana lohnt sich der Aufstieg auf den Cerro Calvario (ca. 20-30 Min.), um die Aussicht auf den See zu genießen.

Direkt am Hafen von Copacabana kann man Tickets zur Überfahrt auf die Isla del Sol kaufen. Die Abfahrten auf die Insel sind täglich um 8:30 Uhr und 13:30 Uhr (teilweise offensichtlich auch um 11:00 Uhr) und kosten 20 Bs. (etwa 2,40 €) auf dem Hinweg und 25 Bs. (etwa 3,00 €) für den Rückweg – warum auch immer. Noch günstiger ist es, wenn man wieder am gleichen Tag zurückkommt. Um auf die Insel zu dürfen, wird eine Gebühr von 10 Bs. (etwa 1,10 €) fällig.

Tja, und dann die große Ernüchterung. Auf der Sonneninsel schüttet es während meines Besuchs einfach nur. Ich kann daher kaum etwas berichten, obwohl die Fotos, die ich zuvor gesehen hatte, alle so vielversprechend waren. Zudem ist die Insel (Stand Feb. 2018) lediglich im Süden um den Ort Yumani begehbar und der bekannte Nord-Süd-Weg gesperrt. Die Orte Challa und Challapampa haben wohl derzeit einen Konflikt, bei dem es um Land geht. Schade, schade! Mein Tipp für die Isla del Sol ist jedoch, keine Unterkunft im Voraus zu buchen. Online werden die Zimmer für um die 20 € angeboten. Vor Ort habe ich mir ein Zweibettzimmer mit einer Brasilianerin geteilt und lediglich 50 Bs. (etwa 6,00 €) gezahlt.

Peruanische Seite

Puno ist für meinen Geschmack nicht weiter sehenswert. Es ist jedoch der Ausgangsort für tolle Touren auf den Titicacasee. In einem Restaurant unweit des Plaza de Armas kann man sich zudem bei einem Pisco Sour und gegrilltem Alpaca einen schönen Abend machen. Spektakulärer sind aber eindeutig die Inseln inmitten des Titicacasees.

Die Islas Flotantes de los Uros beispielsweise. Hierbei handelt es sich um künstlich angelegte Inseln, auf denen (angeblich) sogar Familien leben. Ich bin mir nicht ganz so sicher, ob dies heutzutage wirklich noch der Fall ist oder mehr eine Touristenattraktion. Eine Dame auf dem Markt im Puno meinte, die Familien hätten durchaus Häuser in Puno. Bei meinem Besuch waren zwei jüngere Frauen, ein Kind, eine ältere Dame und ein Mann anwesend. Die Kinder hätten auch eine eigene Schule, die Männer seien gerade fischen oder andere Arbeiten verrichten. Wie dem auch sei, die Art und Weise, wie die Inseln entstehen und das Leben dort aussieht oder ausgesehen hat, war schon sehr interessant.

Weiter geht es zur Insel Amantaní. Während wir die Insel ansteuern, werden wir piratenmäßig von eiem anderen Boot aufgehalten, die Männer springen auf unser Boot und diskutieren erst mit dem Guide und erklären uns anschließend, dass sie von einem anderen Teil der Insel kommen und auch etwas vom Tourismus abbgekommen möchten. Es solle eine Rotation stattfinden und nicht immer die gleichen Familien von den Touren profitieren. Wir könnten auch bei ihnen schlafen und entsprechende Mahlzeiten bekommen. Okay - dann machen wir das eben so. Die Einwohner freuen sich sehr über unseren Besuch. Zusammen mit drei Japanern schlafe ich bei einer jungen, herzlichen Familie. Die "Mama", 21 Jahre alt, bekocht uns sehr lecker. Am Abend keuchen wir zu den Inkaruinen on Top der Insel. Dreimal soll man Pachatata umkreisen, bei jedem Mal einen Stein in die Mauer legen. Diese stünden für Liebe, Gesundheit und Geld. Kann ja nicht schaden.

Am nächsten Morgen ist die Insel Taquile unser Ziel. Genau wie auf Amantaní gibt es auch hier weder Autos, noch Industrie oder irgendeine Art von Unruhe. Es ist die pure Idylle. Die Inselbewohner bauen sich ihr eigenes Gemüse an und leben von den Forellen des Titicacasees. Fleisch gibt es nur äußerst selten.

Infos

Für die Inseltour auf der peruanischen Seite hatte ich in meinem Hostel in Puno eine zweitägige Tour für 95 Soles (etwa 23,80 €) gebucht. Hierin war der Transport, die Übernachtung, sowie Mittagessen, Abendessen, Frühstück und ein weiteres Mittagessen enthalten. Einige zahlten zwar nur 85 Soles, mussten dann aber ihr Mittagessen am zweiten Tag auf Taquile selbst zahlen (20 Soles).

Meine Unterkünfte

In Copacabana verbrachte ich eine Nacht im Hostal Florencia. Für ein Einzelzimmer zahlte ich hier 8,00 € / Nacht inkl. Frühstück Kaffee / Tee, Saft, Toast, Marmelade, Banane und Rührei. Die Betreiber sind äußerst freundlich und hilfsbereit, die Duschen zudem super schön warm.

Zur Buchung gelangst du hier.

In Puno übernachtete ich im Hostal Virgen de Las Nieves II und zahlte im 4-Bett-Zimmer 5,26 € / Nacht inkl. Frühstück mit Kaffee / Tee, Brötchen, Marmelade und Rührei. Nach der Rückkehr von der Tour bekam ich zum gleichen Preis sogar ein Einzelzimmer. Die Duschen waren warm, das Hostel insgesamt aber sehr einfach. Positiv fand ich, dass ich mein Gepäck dort lassen konnte und auch meine Wäsche für 10 Soles gewaschen wurde.

Zur Buchung gelangst du hier.

An- / Weiterreise

Mit einem lokalen Bus bin ich von La Paz ab dem zentralen Friedhof für 20 Bs. (etwa 2,40 €) nach Copacabana gereist. Sie fahren ab, sobald sie voll sind, ohne festen Fahrplan. Es gibt auch Busse, die am Busterminal abfahren, diese sind allerdings mindestens doppelt so teuer. Die Fahrt ist etwas spektakulär, da man unterwegs aussteigt und ein Stückchen per Boot (2 Bs.) über den Titicacasee fährt, während der Bus auf einer Holzfähre verschifft wird.

Von Copacabana nach Puno fahren mehrere Busse täglich. Die Fahrt dauert etwa 3 Std. Ich fuhr um 18:00 Uhr für 30 Bs. (etwa 3,60 €). Der Grenzübertritt klappte problemlos. Ich erhielt die Erlaubnis zum Aufenthalt bis zu 90 Tagen in Peru. Juhuu! Ein Visum ist nicht nötig, auch fallen keine Kosten an.

Von Puno bin ich nach Arequipa weitergefahren. Der Bus benötigt theoretisch 5,5 Std., in meinem Fall allerdings eher 6 Std. Ich fuhr mittags um 12:30 Uhr mit Civa für 6 € (Buchung über die App Busbud). Ich meine, dass der Bus aber auch im Terminal 25 Soles gekostet hätte.

#Bolivien #Peru #Weltreise #Backpacking #Südamerika

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