• Bettina

Die Udzungwa Berge in Tansania

In den Udzungwa Bergen befinden wir uns klimatisch gesehen in tropischem Regenwald. Der Nationalpark hat nichts mit Game Drives zu tun, wie man es von Serengeti, Tarangire und Co. kennt, obwohl es hier sehr wohl Elefanten gibt, die sich zwischen dem Udzungwa Nationalpark und dem Nyerere Nationalpark, dem früheren Selous Game Reserve, hin und her bewegen. Auch Leoparden sollen hier zu Hause sein, aber zu Gesicht bekommt man sie in dem Dschungel wohl eher nicht. Stattdessen tummeln sich in den Wäldern Paviane (Yellow Baboon), Iringa Red Colobus Monkeys und Grüne Meerkatzen sowie andere kleinere Zeitgenossen, wie das seltene Graugesichtige Rüsselhündchen, das ausschließlich hier zuhause ist.



Wo kann man übernachten?


Eine super Übernachtungsmöglichkeit unweit von Mang’ula stellt das Hondo Hondo Forest Camp dar. In großzügigen Zelten schläft man zu den Geräuschen der Natur ein. Möchte man weniger bezahlen, so gibt es die Möglichkeit, auf dem Grundstück in Häusern in typisch tansanianischer Bauweise zu übernachten oder im eigenen Zelt zu campen. Im Restaurant bekommt man alles von Frühstück bis Vollpension. Zudem bietet das Camp verschiedene Touren an und man kann Hornbills vom Restaurant aus beobachten.



Was kann man unternehmen?


Die wohl beliebteste Aktivität in der Gegend ist eine Wanderung zum Sanje Wasserfall, dem höchsten Wasserfall Tansanias. Hierfür muss man in den Nationalpark und entsprechend am Parkeingang Eintritt bezahlen.


Wichtig: Im Nationalpark kann man ausschließlich mit Karte bezahlen!


Kosten (Stand 2/2022):

Eintritt: 30 USD pro Person

Guide: 20 USD

zzgl. MwSt => ca. 59 USD


Am Parkeingang gibt es eine kleine, schön gemachte Ausstellung, die auf die verschiedenen Waldbewohner und und die geographischen Gegebenheiten hinweist.


Für den Startpunkt der Wanderung, der ein paar Kilometer nördlich vom Parkeingang liegt, benötigt man einen Transport für sich selbst und den Guide. Ich habe das mit 2 Motorrädern (Boda Bodas) für insgesamt 28.000 TSh (2 Motorräder x 7.000 TSh x 2 Fahrten für Hinfahrt und Abholung) gelöst.


Die komplette Wanderroute beträgt 8 km. Man kann auch nur zum Aussichtspunkt gehen und wieder zurückwandern. Meiner Meinung nach lohnt sich der Eintritt dann jedoch nicht. Der Guide erzählt unterwegs einiges zu den Pflanzen und Tieren im Wald. Die meiste Zeit geht man durch Dschungel, gute Aussichtspunkte hat man nur 2-3 Mal. Die tropisch-feuchte Luft bringt einen zum Schwitzen, auch wenn die Tour sonst nicht weiter anspruchsvoll ist. Wanderschuhe hätte ich mir teilweise gewünscht, da der Boden mit dem Laub und dem immer wieder einsetzenden Regen teilweise extrem rutschig wurde. Aktuell wird vom Nationalpark selbst eine kleine Übernachtungsmöglichkeit on Top errichtet. Diese soll schon bald fertig sein und ist sicherlich eine tolle Alternative.



Eine Village Tour in den umliegenden Dörfern ist eine gute Gelegenheit, um das wirkliche Tansania kennenzulernen. Zum Beispiel lässt sich das mit Chai & Chapati als typisches Frühstück am Straßenrand beginnen, vorbei am Bahnhof, sämtlichen Shops, die angrenzenden Reis- und Zuckerrohrfelder und die örtlichen Schulen. Für 5.000 TSh kann man auch Fahrräder im Dorf mieten. Hierzu am besten im Camp nach genaueren Anweisungen fragen.



Was man auch nicht alle Tage sieht ist eine Gummiplantage (Rubber Plantation). Nicht nur die Plantage an sich kann man sehen, mir wurde auch der Verarbeitungsprozess in der kleinen «Fabrik» gezeigt. 120 Arbeitsplätze bietet die Plantage für die Gegend. Geerntet wird ganzjährig, sofern es nicht zu stark geregnet hat. Dann sind die Baumstämme nämlich zu nass und der Latex fließt nicht sauber ab. Aktuell gibt es lediglich zwei Plantagen dieser Art in Tansania. Eine Ausdehnung ist jedoch in Planung und mehr Bäume werden aufgezogen. Das Projekt liegt in der Hand des Staates und dieser muss entscheiden, inwieweit eine Expansion erfolgen soll. Geplant werden muss frühzeitig, da die Bäume erst nach 7 Jahren für die Latexgewinnung eingesetzt werden können. Die getrockneten Gummiteile werden schließlich von einem Unternehmen in Arusha aufgekauft und weiterverarbeitet.



Weitere Möglichkeiten in der Umgebung:


· Kanu Safari auf dem Kilombero River

· Game Drive im Mikumi Nationalpark

· 3-Tages-Wanderung mit Camping in den Udzungwa Bergen


Wie kommt man nach Mang’ula?


Bus: Ab Dar es Salaam fährt morgens um 6:00 Uhr und um 7:30 Uhr (Achtung – evtl. Verwirrungsgefahr mit Swahili Time!!) ein Bus. Das Busunternehmen ist Kidinilo. Man kauft ein Ticket bis Ifakara (16.000 TSh) und bittet den Fahrer z. B. am Hondo Hondo Camp zwischen Mang’ula A und Mang’ula B auszusteigen. Von dort kann man laufen oder ein Motorradtaxi (Boda Boda) für nicht mehr als 1.000 TSh nehmen. Abfahrt ist vom neuen Magufuli Bus Terminal (ca 45 Min. ausserhalb von Dar es Salaam), Reporting Time 30 Min. vor Abfahrt. Die Fahrt dauerte in meinem Fall 9,5 Std., allerdings wird aktuell die Straße zwischen Mikumi und Ifakara neu gemacht und schon bald sollte dies schneller gehen und weniger holprig sein. Mein Tipp: links am Fenster sitzen um Zebras, Giraffen, Warzenschweine, Paviane und Antilopen vom Bus aus zu spotten (auf Höhe Mikumi Nationalpark).


Zug: Dreimal pro Woche fährt der TAZARA Train über Mang'ula Richtung Sambia. Ankunft aus Dar Es Salaam ist nachts und sollte daher vorher mit einem Abholservice vereinbart werden.



Für mich war's sicherlich nicht das letzte Mal in dieser herrlichen Gegend. Beim nächsten Besuch wähle ich ganz sicher den Zug und nehme mir die 3-tägige Wanderung in den Bergen vor.

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