• Bettina

Von Marula und traditionellen Tänzen *Eswatini*


Swasiland heißt offiziell nicht mehr Swasiland, sondern Eswatini. Und das ist gut so, denn es passt viel besser zur Bevölkerung und deren Sprache und nicht zu dem, was Engländer irgendwann einmal für richtig erachteten. "Es ist schön, dass wir wieder Eswatini sind!", erklärt mir eine Lady am Markt mit schüchternem Lächeln.

Ich bin in Ezulwini auf dem großen Craft Market, als ich mich mit den Einheimischen zu Hühnchen und Pap niederlasse. Sie beobachten mich erst eine Weile, als ich beginne, wie sie, mit den Fingern zu essen, grinsen etwas und fangen schließlich an, mir die üblichen Fragen zu stellen. "Wie gefällt dir Eswatini? Woher kommst du? Hast du Kinder? Wie lange bleibst du? Willst du nicht einen Mann von hier heiraten und da bleiben? Gehst du zum Marula Festival?" Moment, wohin? Marula Festival?

Das Marula Festival

Die Saison der Marula-Frucht geht von Mitte Februar bis Mai. Zum Dank der Ernte organisiert das Königshaus das Marula Festival. An zwei Wochenenden findet es statt, in Buhleni und in Hlane. Frauen tanzen, es gibt das sogenannte Marula Bier, ein seltsam schmeckendes Getränk aus fermentierten Marula-Früchten und am späten Abend gibt der König ein Abendessen für die Bevölkerung aus.

Als ich in dem Airbnb ankomme und meinen Gastgebern erzähle, dass ich nach Hlane zum Marula Festival möchte, beschließt die Hausherrin spontan mitzukommen. Die Busverbindung sei so schlecht, dass sie mir das weder zumuten will, noch sicher ist, ob abends überhaupt eine Möglichkeit besteht, zurückzukommen. Sie überzeugt noch eine Freundin, wir kleiden uns traditionell und machen uns auf den Weg. Auch für meine Gastgeberin ist es eine neue Erfahrung und so sind wir alle gespannt, was uns erwartet.

Der König verordnet übrigens an diesem Tag, dass keine Verkehrkontrollen stattfinden. Die Bevölkerung deutet dies als Erlaubnis dafür, auch nach dem Trinken noch Auto fahren zu dürfen. Ich weiß ja nicht, ob ich das gut finden soll.

Damit alle Tänzer gleich aussehen, spendiert das Königshaus diese einheitlichen Kleider. Ein schönes Souvenir, das mich nun für immer an dieses einmalige Erlebnis erinnern wird. Überhaupt sind alle begeistert von einer Weißen in der traditionellen Kleidung. Ich werde überall angesprochen und um Fotos gebeten.

Die weißen Bänder um den Kopf tragen übrigens lediglich Frauen, die bereits ein Kind geboren haben. Also eigentlich fast alle, außer mir.

Vom Sicherheitspersonal werden wir gebeten, entweder etwas weiter zu den Zuschauern zu gehen oder zu den tanzenden Frauen. Wir werfen uns einen grinsenden Blick zu und entscheiden uns selbstverständlich für Letzteres. Sogar als später immer nur einige wenige Frauen in die Mitte treten und vor dem König tanzen, nehmen sie mich mit in ihre Mitte. Ich wusste zwar nicht genau, was ich tue, aber es war ein faszinierender Moment.

Zur späteren Stunde machen wir uns dann vom Acker, noch bevor alles chaotisch wird, weil natürlich viel Alkohol fließt.

Ganz unerwartet kam ich dazu, bei Hühnchen und Pap am Handwerker-Markt - und hatte eines meiner schönsten Erlebnisse in Afrika.

Das Cultural Village in Mantenga

Das Mantenga Cultural Village ist zwar ein Schauplatz für Touristen, aber wer sich jetzt einen Ort vorstellt, der von einem Touristenbus nach dem anderen angesteuert wird, liegt völlig daneben. Für ein paar westliche Touristen, aber noch mehr Afrikaner werden hier zweimal täglich (11:15 Uhr und 15:15 Uhr) die traditionellen Tänze vorgeführt. Und es hat mir richtig gut gefallen, wirklich!

Der Eintritt kostet 100 Rand (etwa 6,20 €) und beinhaltet neben den Tänzen noch eine Führung durch ein traditionelles zu Hause einer Swazi Familie. Inzwischen lebt so niemand mehr, aber interessant war es dennoch.

Ich bin nach Mantenga mit dem Taxi gefahren. Eine andere Möglichkeit, außer mit einem Mietwagen, sehe ich hier leider nicht. Eine Ausnahme könnte eine verknüpfte Wanderung über die Berge ab der Lidwala Lodge sein.

Wie ich plötzlich zu Arbeit kam

Einen Tag in Eswatini habe ich tatsächlich gearbeitet. Als ich in dem Büro in Mbabane sitze, muss ich in mich hineinlachen, weil ich manchmal nicht fassen kann, wie sich solche Situationen ergeben.

Ich lerne einen Einheimischen kennen, er erzählt mir von seiner Selbständigkeit und dass seine Angestellte am nächsten Tag in Mosambik beschäftigt sei und dass er niemanden im Büro hätte. Für ihn war es wohl das logischste der Welt, dass ich den Job für einen Tag übernehmen könnte. Er bot mir an, meine Unterkunft zu zahlen und ich sagte für ein paar Stunden zu.

Etwas hilflos war ich, besonders als ich mir über die Internetseite ein paar Informationen über seine Agentur beschaffen will, die Studenten den Weg zu einem Auslandsstudium ermöglicht, und die Internetseite natürlich - wie soll es in Afrika auch anders sein - nicht mehr existiert. Der Tag ging vorbei, ich bekam meine Bezahlung und war um eine Erfahrung reicher. ;-)

Was man noch in Eswatini unternehmen kann:

  • mehrstündige Wanderungen (z. B. von der Lidwala Lodge ausgehend)

  • Besuch des Mlilwane Wildlife Sanctuary (z. B. auch per Fahrrad durch den Park radeln)

  • Safari im Hlane Royal National Park oder Mkhaya Private Game Reserve

  • Rafting auf dem Usutu Fluss

  • Zip-lining im Malolotja Nationalpark

Meine Unterkünfte

In Ezulwini hatte ich in der "Lidwala Lodge" in einem Mehrbettzimmer übernachtet. Die Anlage ist gepflegt und schön. Die Internetseite der Unterkunft gibt einen guten Einblick und zeigt auch Angebote auf, was man in der Umgebung unternehmen kann. Den Link findest du hier. Die Buchung konnte ich sehr unkompliziert über WhatsApp erledigen.

Kontakt:

https://lidwala.co.sz/

info@lidwala.co.sz Tel: +268 76905865 oder +268 24171791

Adresse:

Roki Centre, Main Road MR103, Ezulwini

Mein Airbnb in Manzini war der Hammer. Ich hatte nicht nur ein wunderschönes eigenes Zimmer, die Gastgeberin hat mich auch traditionell eingekleidet und ist mit mir spontan zum Marula Fest gefahren. Bei meiner Abreise hat mich der Vater des Hauses zum Bus gefahren. Ich habe mich sehr willkommen gefühlt.

Zur Buchung gelangst du hier.

#Eswatini #Afrika #Backpacking #Weltreise

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