• Bettina

Auf nach Guangxi - Reisterrassen und surreale Hügel


Guangxi ist für mich die Provinz, die man während einer China-Rundreise keinesfalls auslassen darf! Die Natur um die Stadt Guilin sucht ihresgleichen vergebens.

Auch durch Guilin lässt es sich gut und gerne einen halben Tag lang schlendern. Besonders mausert sich das Städtchen am Abend, wenn die Brücken und Pagoden um den Rong-See und den Shan-See beleuchtet sind und auf dem Nachtmarkt ein reges Treiben herrscht.

Doch allein Guilin macht die Reise nicht so lohnenswert, wie angepriesen.

>> Einen der schönsten Tage meiner Reise verbringe ich in den Reisterrassen von Longji. <<

Gebucht habe ich hierfür eine Tour über mein Hostel zum Örtchen Dazhai. Bis zu 50 Personen sollen in der Gruppe dabei sein. Au weia - ist ja gar nicht meins. Aber der Plan ist, mich zumindest mit einem englischsprachigen Guide zurechtzufinden und mich dann von der Truppe abzuseilen.

Bekommen habe ich das: keinen englischsprachigen Guide, aber einen Kleinbus mit zwei chinesischen Familien, von der mich die eine zum Mittagessen einläd und die andere sich zur Aufgabe macht, mit mir durch die Reisfelder bis zum herrlichsten Ausgangspunkt, dem "Golden Buddha Peak View Point" zu wandern. Wer dorthin nicht zu Fuß gehen möchte, kann auch die bequeme Variante mit der Seilbahn wählen.

Nach diesem Tagesausflug geht es für mich am nächsten Morgen mit dem Bus weiter nach Yangshuo. Zugegeben, Yangshuo ist touristisch. Entsprechend gut ausgestattet ist das Städtchen allerdings auch mit Fahrradverleihen, Tourenbüros und geschäftstüchtigen Motorrad-Taxen. Hier gibt es neben chinesischen Nudelgerichten auch Bratwurst mit Kraut oder Pizza. Und, was mir immer große Freude bereitet: man kommt mit Englisch recht gut klar.

>> Das Paradies liegt hier direkt vor der Haustür. <<

Genau deshalb miete ich mir ein Mountainbike und radle los.

Meine Tour führt mich durch die kleinen Dörfer JiMa und XiaTang entlang des Yulong-Flusses bis ich an der Drachenbrücke den Fluss überquere. Bis hierhin läuft alles super.

Eigentlich läuft es noch ein ganzen Stück weiter super. Ich fahre auf der anderen Flussseite wieder Richtung Süden und entweder verfahre ich mich ordentlich oder der Weg war sonst nicht so zugewuchert. Eine Empfehlung, auf dieser Flussseite (also der Westseite) zurückzuradeln, kann ich persönlich nicht aussprechen. Auch hat mich nicht ein einziges Bambusfloß, wie erhofft, auf die andere Flussseite geholt. Brücken waren weit und breit nicht zu finden.

Auch wenn ich mich fühle wie im tiefsten chinesischen Dschungel und teilweise der Verzweiflung nahe bin, ist der Tag und diese wunderbare Landschaft ein Traum, fast schon surreal. Irgendwann entkomme ich dem Gestrüpp, finde eine Brücke, einige hundert Meter weiter einen Getränkestand und alles ist wieder gut.

Mir gefällt es hier so gut, dass ich noch am Abend beschließe, am nächsten Morgen, vor meiner Weiterreise nach Guangzhou, um 4:30 Uhr zum Xianggong Mountain zu fahren und mir dieses Wunderwerk der Natur bei Sonnenaufgang anzusehen. Überall in Yangshuo werden Fahrten zu dem Aussichtsberg angeboten. Es erwartet einen keine schwere Wanderung, sondern ein kurzer, steiler Aufstieg mit Treppenstufen.

Erst ist es noch stockdunkel. Doch so langsam färbt sich der Himmel lila, rot, dann fast schon gelb, bis der Morgen anbricht. Es ist einmalig.

Mit diesen Eindrücken verlasse ich meine Lieblingsprovinz Guangxi.

#China #Fernreise #Asien #Backpacking

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